Brand von Kunstdünger in einer Lagerhalle in Pfeffenhausen

23. August 2017
Am frühen Mittwoch morgen wurden die Feuerwehren aus Pfeffenhausen, Rottenburg, Holzhausen und Niederhornbach gegen 06:00 Uhr zu einer unklaren Rauchentwicklung in einer Lagerhalle an der Egglhausener Straße in Pfeffenhausen alarmiert.

Vor Ort quoll den Einsatzkräften dichter Rauch aus dem hinteren Bereich der Halle entgegen. Als sich die eingesetzten Atemschutztrupps der Brandstelle näherten, stellten diese fest, dass zwei größere - mehrere hundert Kilo schwere so genannte BigPacks - mit Kunstdünger brannten bzw. glimmten. Die Brandfläche beschränkte sich dabei auf wenige Quadratmeter. Da beim Brand von Kunstdünger, der zudem mit einer Gefahrstoffnummer gekennzeichnet ist, giftige Dämpfe und Gase entstehen und das Betreten des Gefahrenbereichs in diesem Fall nur mit Spezialausrüstung möglich ist, zogen sich die Kräfte aus Gründen der Eigensicherung erst einmal wieder zurück. Auch sämtliche Fahrzeuge wurden bis auf ein Löschfahrzeug weiter nach hinten verlegt und der Bereich weiträumig abgesperrt. Da der Brand zwar eine enorme Hitze entwickelte, die Flammen jedoch sehr klein waren und sich in der näheren Umgebung keine weiteren gefährlichen Stoffe befanden, konnte die Brandstelle vorübergehend alleine gelassen werden. Eine Gefahr des Übergreifens auf die Halle und benachbarte Gebäude bestand zu keiner Zeit. Parallel wurde mit der Räumung des Firmengeländes begonnen, weitere Feuerwehren mit Spezialausrüstung für Gefahrgutunfälle (unter anderem Gerätewagen Gefahrgut, Messfahrzeug und eine Dekontaminationseinheit) nachalarmiert und Warndurchsagen für die umliegende Bevölkerung veranlasst. Berichte, wonach es in der Halle „lichterloh“ brannte oder auch vorübergehend Explosionsgefahr bestand, können von der Feuerwehr nicht bestätigt werden.

Nachdem die Spezialkräfte an der Einsatzstelle eingetroffen waren, begab sich zunächst ein Trupp mit schwerem Atemschutz und speziellen chemiekalienbeständigen Schutzanzügen in die Halle. Dieser Trupp erkundete den unmittelbaren Nahbereich des Brandes und konnte die betroffenen Behältnisse dann noch weiter isolieren. Ebenfalls wurde vor Ort eine Probe des brennenden Stoffes genommen. Da anfangs nicht klar war, ob Löschmaßnahmen mit Wasser möglich sind und welche Löschmittel die größten Erfolgsaussichten haben, wurde über die Feuerwehrführung Kontakt mit einer speziell zur Beratung bei Gefahrgutunfällen ausgelegten Fachstelle am Chemiepark Gendorf Kontakt aufgenommen. Nach den Beratungen und nach Rücksprache mit dem Gefahrguttrupp der Polizei und dem Betreiber entschloss man sich dann dazu, einen wasserdichten und gefahrgutbeständigen Container einer Fachfirma aus dem Ingolstädter Raum anzufordern, diesen mit Wasser zu füllen und den brennenden Kunstdünger dorthinein zu kippen. Als der LKW an der Einsatzstelle eingetroffen war, wurde dieser von einem Feuerwehrmann mit Atemschutz in den Gefahrenbereich gefahren und der Container dort abgesetzt. Anschließend begaben sich mehrere Einsatzkräfte mit Atemschutz und chemikalienbeständigen Schutzanzügen zur Brandstelle und begannen auch unter Mithilfe eines Laders, das Brandgut zum Container zu bringen. Nachdem das Brandgut entfernt und die umliegend angekokelten Bereiche mit einer Wärmebildkamera überprüft wurden, konnte dieser äußerst schweißtreibende und materialintensive Einsatz gegen 13:30 beendet werden. Während der gesamten Einsatzdauer wurden von der Feuerwehr mit Handmessgeräten und einem Messfahrzeug Gefahrstoffmessungen an mehreren Punkten in Pfeffenhausen durchgeführt, diese verliefen jedoch alle negativ.

Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Pfeffenhausen, Rottenburg, Holzhausen, Niederhornbach, Oberhatzkofen, Tiefenbach, Ahrain, Niederaichbach, Ergolding und Landshut-Achdorf. Dazu Kreisbrandrat Thomas Loibl und Kreisbrandinspektor Johann Haller, die von mehreren Kreisbrandmeistern sowie Stadtbrandinspektor Martin Dax unterstützt wurden. Zusammen mit den Fachkräften der Rettungsdienste und der Polizei dürften in der Spitze annähernd 200 Einsatzkräfte vor Ort gewesen sein. Wodurch der Brand ausgelöst wurde und wie hoch der entstandene Sachschaden ist, wird aktuell von der Polizei ermittelt. Zu den Verletzten ist der Feuerwehr folgendes bekannt: Von den Rettungsdiensten und Notärzten wurden insgesamt 35 Personen der umliegenden Firmen, Nachbarn und auch eingesetzte Feuerwehrangehörige gesichtet, von denen letztendlich fünf leichte Verletzungen erlitten.

Quelle Bericht und  Fotos: FF Stadt Landshut/ Dominik Zehatschek