Für Flugunfälle bestens gerüstet

3. August 2017
Zugübung der Feuerwehr Vilsbiburg am Flugplatz Vilsbiburg

Achldorf/Vilsbiburg. Eine abgestürzte Cessna, mehrere verletzte Personen, ein Böschungsbrand – ein Szenario, das so niemand am Flugplatz in Achldorf erleben will. Dennoch muss es geübt werden, damit im möglichen Schadensfall alle Handgriffe sitzen. Beobachtet wurde die Übung neben Kreisbrandmeister Franz Saxstetter auch von Mitgliedern des Vilsbiburger Luftsportvereins.

So geschehen ist dies am Donnerstagabend gegen 19 Uhr. Ausgangslage war die Notlandung einer Cessna am Flugplatz in Achldorf aufgrund Motorenprobleme. Die Maschine driftete von der Landebahn ab und kam am Rande der kleinen Vils zum Stehen. Durch den heißen Motor kam es entlang der Vils zu einem Böschungsbrand, der auf das Flugzeug übergriff und sich in Richtung Gaindorf ausbreitete.

Die zuerst eintreffende Wehr aus Wolferding erkundigte sich bei anwesendem Flugplatzpersonal, wieviele Personen in der Maschine waren. Jedoch konnte keine genaue Angabe hierzu gemacht werden, da aufgrund der starken Rauchentwicklung nicht alle Personen gesehen werden konnten. Nachdem der komplette Löschzug der Vilsbiburger Feuerwehr am Flugplatz eingetroffen war, wurde umgehend mit dem Aufbau der Löschwasserversorgung sowie der Personenrettung unter Atemschutz begonnen. Parallel hierzu wurde  mit einer Saugleitung das Wasser für den Flächenbrand aus der Vils entnommen.  Mit dem Tanklöschfahrzeug und dessen Wasserwerfer  wurde ebenfalls der Flächenbrand eingedämmt.  Der dreifache Brandschutz mit Wasser, Schaum und Pulver wurde weitestgehend aufgebaut und vorbereitet.

Die ersten verletzten Personen wurden umgehend gerettet und an die Betreuung übergeben. Anschließend wurde der gesamte Bereich entlang der Vils nach weiteren Personen abgesucht. So konnte eine verletzte Person direkt an der Vils ausgemacht und gerettet werden, eine weitere Person lag an einem nahen Maisfeld. Zum Übungsende konnten so insgesamt fünf Personen gerettet werden. Um diese in Kliniken transportieren zu können, wurde ein Landeplatz für den Rettungshubschrauber ausgeleuchtet.

Bei der anschließenden Übungsbesprechung fanden die Kommandanten der Vilsbiburger Feuerwehr, Florian Grimm und Wolfgang Metz, nur lobende Worte. Auch KBM Franz Saxstetter zeigte sich sehr erfreut über den Übungsverlauf. Dass dieses Übungsszenario nicht zu weit hergeholt war, zeigte ein aktueller Pressebericht aus dem Raum Würzburg, wo sich Anfang Juli genau solch ein Flugunfall ereignete. Flugplatzreferent Georg Lantenhammer begrüßte im Anschluss die Feuerwehrfrauen und –männer recht herzlich auf dem Vilsbiburger Flugplatz. Der Luftsportverein Vilsbiburg e.V. umfasst derzeit 80 Mitglieder, wovon 40 Piloten sind. Die Landebahn hat eine Länge von 500 Metern, im Hangar stehen derzeit 15 Flugzeuge.  Der Neupreis eines solchen Faser-Kunststoff-Verbund Flugzeuges mit 60-100PS liegt bei rund 150.000 Euro. Anschließend gab Georg Lantenhammer noch einen Einblick in die Rettungssysteme der Flugzeuge und welche Gefahr von diesen ausgehen kann. Bei einer gemeinsamen Brotzeit klang der Abend am Hangar Vorplatz aus.

Bericht und Fotos: Dominik Götz