Katastropheneinsatz in Simbach am Inn - Update 07.06.2016

Am Montag 06.06.2016 ist ebenfalls ein Hilfeleistungskontingent aus dem Landkreis Landshut unter der Leitung von KBI Karl Hahn zu Aufräumarbeiten nach Simbach am Inn geschickt worden. Vor Ort wurden die gleichen Arbeiten wie am bereits am Sonntag durchgeführt. Heute waren 20 Fahrzeuge mit ca. 130 Kräften im Einsatz.

Am Sonntag 05.06.2016 wurde ein Hilfeleistungskontingent nach Anforderung der Regierung von Niederbayern zur Unterstützung bei den Aufräumarbeiten nach Simbach am Inn entsand. Gegen 6 Uhr in der Früh sind ca.120 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Landshut mit 18 Fahrzeugen unter Leitung von Kontingentführer KBI Rudi Englbrecht ins Rottal aufgebrochen. Vorort wurden die Einsätze auf die einzelnen Feueuerwehren verteilt. Vornehmlich mussten Keller ausgepumpt, Heizöl abgepumpt und Schlamm entfernt werden. Um 19:00 Uhr kamen die Kräfte wieder im Landkreis Landshut an und der Einsatz war beendet.


Pressemitteilung Landratsamt Landshut:

"Furchtbar, einfach unbeschreiblich“: Der erfahrene Brandschützer Rudolf Englbrecht, Kreisbrandinspektor für den Süden des Landkreises Landshut, ringt um Worte, wenn er die Bilder und seine Eindrücke Revue passieren lässt vom Hilfseinsatz zahlreicher Feuerwehren aus dem Landkreis Landshut in Simbach am Inn. Rund 140 Feuerwehrleute waren am Sonntag (5. Juni) unter seiner Leitung in Simbach im Einsatz; heute (Montag, 6. Juni) sind es weitere rund 150 Helfer unter Leitung des Kreisbrandinspektors (KBI) Mitte, Karl Hahn. Auch BRK, THW (Ergolding) und Malteser Hilfsdienst (Velden) eilten an den Inn. Landrat Peter Dreier dankt den vielen Helfern aus dem Landkreis Landshut für ihren, wie er betont, herausragenden und beispielhaften Einsatz im Nachbar-Landkreis Rottal-Inn. 

Die Bilder von den Zerstörungen, die ein Mitarbeiter des Landratsamts sowie Einsatzkräfte an das Landratsamt Landshut übermittelt haben, zeigen verheerende Zerstörungen. Zum Glück sind im Landkreis Landshut, anders als in Rottal-Inn, keine Todesopfer durch die Unwetter und Überschwemungen zu beklagen. Im nördlichen Landkreis Landshut hat es freilich einige sehr dramatische Ereignisse gegeben, bei denen eine junge Frau, ein junger Mann und eine Seniorin kurzzeitig in Lebensgefahr geraten waren.

Die Schadenssumme, die im Landkreis Landshut entstanden ist, beläuft sich nach den bis dato vorliegenden Informationen auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Kein Vergleich dazu die Schäden im Nachbarlandkreis Rottal-Inn, wo sie auf rund eine Milliarde Euro beziffert werden.

Landrat Peter Dreier äußerte sich am Montag begeistert über das „großartige Engagement“ von Feuerwehrleuten aus vielen Teilen des Landkreises Landshut, die den Menschen im Raum Simbach am Inn zu Hilfe geeilt sind. Unter der Leitung der dortigen Einsatzleitung, die das Landratsamt Rottal-Inn innehat, haben die Helfer aus dem Landkreis Landshut professionell und sehr wirkungsvoll Hilfe geleistet.

Mit dem Katastrophenschutz-Sachbearbeiter des Landratsamts Landshut, Michael Haupt, war ein Vertreter der Behörde mit vor Ort. Unter der Leitung von Kontingentführer KBI Rudolf Englbrecht rückten am Sonntag vom Sammelpunkt Vilsbiburg Feuerwehrleute vor allem aus dem Süden und der Mitte des Landkreises aus: Helfer aus Altdorf, Bodenkirchen, Attenhausen, Loizenkirchen, Gerzen, Vilsbiburg, Geisenhausen, Velden, Niederaichbach, Ergolding, Bruckberg, Georgenzell und Vilsheim.

Am Montag folgten ihnen unter der Führung des Kontingentleiters KBI Karl Hahn Einsatzkräfte aus Wörth, Weng, Bayerbach, Oberaichbach, Niederkam, Essenbach, Mirskofen, Ergolding, Altdorf, Piflas, Attenhausen, Eching-Kronwinkl, Buch, Gerzen, Bonbruck und Geisenhausen. Im Einsatz waren aber zusätzlich auch noch eine ganze Reihe von Feuerwehrleuten aus jeweils benachbarten Wehren, die in Fahrzeugen der genannten FFW-Verbände an den Einsatzort Simbach am Inn fuhren.

Die Einsatzkräfte aus dem Landkreis Landshut pumpten Keller aus, räumten zum Großteil völlig verschlammte Straßen frei und beseitigten Unmegen von Müll und anderem Unrat. Die örtliche Einsatzleitung hatte ihnen ein Wohngebiet im Ostteil des Stadtgebiets von Simbach am Inn zugewiesen, am linken Ufer des Simbachs, der sich durch den verheerenden Starkregen für einige dramatische Stunden in einen reißenden Fluss verwandelt hatte.

Vor allem auch Öl-Sand- und Öl-Schlamm-Gemische galt es abzupumpen und abzuarbeiten und in bereitgestellte, 1000 bis 3000 Liter fassende Zwischenbehälter zu verfrachten, damit diese für Gewässer gefährliche Masse dann ordnungsgemäß abgeholt und entsorgt werden kann. Eine Vielzahl von Kellern pumpten die Helfer aus dem Landkreis Landshut leer, wie KBI Englbrecht schilderte: Manchmal bildeten sie auch Menschenketten, um mit Hilfe von Eimern Unrat wegzuschaffen, wenn es kein anderes Durchkommen gab. Nach diesen Aufräumungsarbeiten durch die FFW-Leute gingen dann abends andere Spezialisten ans Werk, berichtete Englbrecht: Bausachverständige, die die zum Teil verheerenden Schäden an den Wohnhäusern begutachteten, sowie Mitarbeiter von Fachfirmen, die die Ölgemische abholten.  

Ab dem heutigen Dienstag (7. Juni) werden die FFW- und sonstigen Helfer aus dem Landkreis Landshut von Einsatzkräften aus Dingolfing-Landau, Freyung-Grafenau und Straubing abgelöst.

Text: Pressemitteilung - Elmar Stöttner/ Landratsamt Landshut


Einsatzart Technische Hilfeleistung
Alarmierung Landratsamt Landshut
Einsatzstart 5. Juni 2016 05:30
Einsatzdauer 05:30
Alarmierte Einheiten 2 Hilfeleistungskontigente des Landkreis Landshut