Starkregenereignis fordert Feuerwehren im Landkreis

Wie zu erwarten war, zog das Regenband nicht weiter und regnete sich großflächig über dem Landkreis Landshut ab, sodass die Marktgemeinde Geisenhausen, aber auch die Stadt Landshut und der nördliche Bereich von den Regenmassen getroffen wurden. Die trockenen Böden konnten das ganze Wasser nicht aufnehmen, sodass die Pegel der Flüsse und Bäche rasant anstiegen. 

Im Bereich Geisenhausen wurden die Einsatzstellen nach Dringlichkeit abgearbeitet, der nicht nachlassende, teils Monsunartige Regenfall beschleunigte aber den Anstieg der Wasserstände um ein vielfaches. Als gegen 22 Uhr der Fimbach in der Ortsmitte komplett über die Ufer trat, und drohte zahlreiche Häuser zu überschwemmen, wurde Großalarm ausgelöst. So rückte das THW Ergolding mit mehreren Paletten Sandsäcken und Hochleistungsaggregaten und Pumpen an. Die umliegenden Feuerwehren kämpften ebenfalls mit einem Großaufgebot und versuchten Keller auszupumpen und Sandsäcke zu stapeln. Erst gegen 2 Uhr beruhigte sich die Lage im südlichen Landkreis. Bis dahin liefen im Bereich Geisenhausen rund 101 Einsätze auf. Eine aufgelaufene Brandmeldeanlage entpuppte sich als Fehlalarm. 

Auch am heutigen Mittwoch laufen noch die Aufräumarbeiten nach den Überflutungen. Die Leitstelle in Landshut hatte alle Dispositionsplätze besetzt, ebenso war die Kreiseinsatzzentrale voll besetzt worden und koordiniert die Einsätze im gesamten Landkreis.

Bericht der Polizei Niederbayern: 

Wetterbedingtes Einsatzgeschehen in Niederbayern – Evakuierungen in Landshut

REG.-BEZ. NIEDERBAYERN – LANDSHUT. Eine große Schlechtwetterzelle bescherte der Niederbayerischen Polizei und den Feuerwehren sowie Hilfsdiensten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (12./13.06.2018) viel zusätzliche Arbeit. Am Abend zogen zum Teil heftige Gewitter, gefolgt von Starkregen über Niederbayern, in Folge traten zahlreiche Gewässer partiell über die Ufer. In Landshut mussten vorsorglich sogar Evakuierungen durchgeführt werden.

Der DWD hatte ab dem späten Nachmittag mehrfach vor starken Gewittern und heftigem Regen für Niederbayern gewarnt. Dieses Wetterszenario setzte dann gegen 20 h flächendeckend ein und verursachte dadurch zahlreiche Einsätze für Polizei, Feuerwehren, THW, Bauhöfe und Straßenmeistereien. Insbesondere problematisch war, dass sich diese Schlechtwetterzelle die ganze Nacht durch so gut wie nicht bewegte und bis 03 Uhr über großen Teilen Niederbayern festhing.

Wetterbedingte Einsätze wurden in der Einsatzzentrale der Polizei in Straubing in allen Bereichen Niederbayerns disponiert. Besonders betroffen waren jedoch die Bereiche Landshut, Landkreis Landshut und der Großraum Bayerischer Wald. Der positive Aspekt insgesamt ist, dass bislang keine verletzten Personen gemeldet wurden. Zu Sachschäden kann noch keine Aussage getroffen werden.

Hier einige beispielhafte Einsatzgeschehnisse als Ausschnitt:

•20.22 h h, Bischofsmais, Kaltenbrunn, Blitzschlag in Carport, samt untergestelltem Pkw ausgebrannt, kein Übergreifen auf Wohnhaus, keine Verletzten, Schaden ca. 30.000 €
•Ab 21.00 h, Landshut, zahlreiche Straßen aufgrund Starkregens und Überschwemmungen gesperrt
•22.09 h, Mainburg, StStr. 2049 Nähe BAB-Auffahrt, mehrere Fzge unterspült, ein Pkw in den Graben gespült
•23.15 h, Pfeffenhausen, B 299 umliegende Kreisstraßen überschwemmt
•23.30 h, Mainburg, B 301 überflutet und nicht mehr befahrbar
•00.38 h, Geisenhausen, am Volksfestplatz mehrere Fahrzeuge im Wasser
•01.30 h, Landshut, LA 31, Geröllabgang, Straße teilweise blockiert, THW mit Radlader im Einsatz

Stark traf der Regen insbesondere die Niederbayerische Bezirkshauptstadt Landshut, die ziemlich genau mittig in der sich drehenden Regenzone lag. Hier traten mehrere kleine Bäche über die Ufer und auch die Isar schwoll stark an. Ab 23.30 h beginnend mussten im Bereich des Wolfsbacher Weges aus Sicherheitsgründen mehrere Häuser evakuiert werden, betroffen waren davon 52 Personen. Diese wurden in der nahe gelegenen Sparkassenarena durch Hilfsdienste betreut. Verletzt wurde auch hier glücklicherweise niemand. Gegen 01 h brach dann am Wolfsbacher Weg sogar ein kleinerer Bach-Damm auf einer Länge von 12 Metern, dies blieb aber zunächst unproblematisch, da sich das Wasser in offene Wiesen ergoss. Die evakuierten Anwohner durften gegen 03.45 h letztlich wieder in ihre Wohnungen. 

In Niederbayern mussten die Einsatzkräfte der Polizeidienststellen und anderer Hilfsdienste zahlreiche weitere Einsätze bewältigen. So wurden in mindestens 20 Fällen Straßen (darunter auch Bundesstraßen) oder Unterführungen überflutet oder durch Dreck und Schlamm unbefahrbar und mussten für den Verkehr gesperrt werden, 10 mal blockierten umgefallene Bäume den Verkehr. Der Einsatzzentrale wurde rund 15 mal gemeldet, dass Keller mit Wasser vollliefen. 8 mal mussten Fahrzeuge aus überfluteten Flächen gesichert werden. Bei der Einsatzzentrale im Polizeipräsidium in Straubing wurden zwischen 20 Uhr und 04 Uhr insgesamt ca. - 60 - wetterbedingte Einsätze registriert.

Medienkontakt: Polizeipräsidium Niederbayern, Einsatzzentrale, Klaus Pickel, EPHK, Tel. 09421 / 868 – 1410
Veröffentlicht am 13.06.2018 um 04.30 h Uhr
 

Einsatzbericht der FF Hohenegglkofen:

Im Ortsteil Hohenegglkofen in der Gemeinde Kumhausen installierten Werner Tausch, Kommandant der FFW, und Kreisbrandinspektor Karl Hahn eine Einsatzzentrale, von der aus sie zwischen 18:00 Uhr und Mitternacht sieben Feuerwehren auf 20 Einsätze schickten.

Bis zu 50 Zentimeter hoch stand das Wasser in einigen Kellern, so mancher Hof musste auch mehrfach angefahren werden. Unterstützung bekamen die Feuerwehrler von den Bauhofmitarbeitern der Gemeinde Kumhausen, die mit Traktor und Frontlader im Einsatz waren und die Straßen von Kies und Schotter befreiten und wieder befahrbar machten. „Unsere Arbeit ist erledigt“, lautete das Fazit von Tausch. Im Einsatz waren FF Hohenegglkofen 47/1, FF Niederkam 41/1, FF Niederkam 14/1, FF Obergangkofen 44/1, FF Windten 44/1, FF Jenkofen 44/1, FF Günzkofen 44/1 und FF Reichlkofen 43/1

Sobald weitere Berichte vorliegen, wird der Bericht ergänzt.


Einsatzart Technische Hilfeleistung
Alarmierung Integrierte Leitstelle Landshut
Einsatzstart 12. Juni 2018 18:16
Einsatzdauer 9 Std.
Alarmierte Einheiten FF Adlkofen
FF Hohenegglkofen
FF Jenkofen
FF Ergolding
FF Postau
FF Niederkam
FF Deutenkofen
FF Günzkofen
FF Reichlkofen
FF Geisenhausen
FF Wörnstorf
FF Salksdorf
FF Diemannskirchen
FF Holzhausen b. Geisenhausen
FF Altfraunhofen
FF Niederaichbach
FF Wolfsbach
FF Seyboldsdorf
FF Neufraunhofen
FF Vilsbiburg
FF Windten
FF Obergangkofen
FF Velden/Vils
FF Baierbach
FF Georgenzell
FF Mittergolding
FF Bruckberg
FF Bruckbergerau
FF Dietelskirchen
FF Haarbach
FF Lichtenhaag
FF Gerzen
FF Rottenburg
FF Mirskofen
FF Bergham
FF Pfeffenhausen
FF Oberköllnbach
FF Niederaichbach
FF Niederhornbach
FF Pfaffendorf
FF Neufahrn in Ndb
FF Hebramsdorf-Hofendorf
FF Wolfsbach
FF Rainertshausen
FF Bruckbach
FF Zweikirchen
FF Holzhausen b. Pfeffenhausen
FF Oberhatzkofen
FF Rottenburg
FF Winklsaß
FF Essenbach
FF Landshut
Kreisbrandinspektion
Kreiseinsatzzentrale